KRITIS-KOM by WiMo · Notfall- und Krisenkommunikation

Kommunikationsfähig bleiben,wenn Netze ausfallen.

Auch wenn Mobilfunk, Internet oder die eigene IT ausfallen, müssen Krisenstäbe, Mitarbeitende und Verantwortliche erreichbar bleiben. Wir planen und liefern die Kommunikationsebenen, die dafür fehlen.

Blackout, Cyberangriff, zerstörte Infrastruktur: Jedes Szenario trifft andere Kommunikationswege. Ein einzelnes System kann das nicht beantworten. Vier aufeinander abgestimmte Kommunikationswege reduzieren gemeinsame Ausfallrisiken. Entscheidend sind ihre tatsächliche Unabhängigkeit, die Stromversorgung und regelmäßig getestete Abläufe.

PACEMilitärischer Planungsstandard, zivil anwendbar
seit 1982Funktechnik aus Herxheim
24 StundenFrist für die frühe Erstmeldung erheblicher Sicherheitsvorfälle (§ 32 BSIG)

PACE-Prinzip · vier gestaffelte Ebenen

  1. PPrimärkanalPrimaryGlasfaser, Festnetz, VoIP, Mobilfunk Hohe Kapazität
  2. AAusweichkanalAlternateanderes Mobilfunknetz, Satellit Separater Weg
  3. CNotfallkanalContingencyBetriebsfunk, BOS-Digitalfunk, 450 MHz Reduzierte Abhängigkeit
  4. EKrisenkanalEmergencyKurzwelle, HF-Datenfunk Keine fremde Infrastruktur

Welche Technik eine Ebene besetzt, legt jede Organisation selbst fest.

01Die Lage

Warum ein einzelner Kanal im Ernstfall nicht genügt

Jedes Ausfallszenario trifft andere Kommunikationswege. Redundanz entsteht nicht durch mehr vom Gleichen, sondern durch technologische Vielfalt. Vier Lagen, die es so gegeben hat. Prüfen Sie bei jeder: Wie würden Sie in dieser Situation melden und koordinieren?

Nach dem Erdbeben an der US-Ostküste am 23. August 2011 waren die Mobilfunknetze zeitweise überlastet. Großflächig beschädigt waren sie dafür nicht, es telefonierten zu viele Menschen gleichzeitig. Für dieses Szenario braucht es keine Katastrophe. Ein Großereignis im eigenen Umfeld genügt.

Wie erreichen Sie Ihre Leute, wenn im Umkreis zehntausend Menschen gleichzeitig telefonieren?

Jedes dieser Szenarien trifft andere Übertragungswege. Unterschiedliche Übertragungswege verringern das Risiko gemeinsamer Ausfälle, wenn auch Stromversorgung, Standorte und Abläufe ausreichend unabhängig sind. Quellen und Einordnung der vier Fälle: Belege auf der Konzeptseite.

02Das Konzept

Vier Ebenen, vier Antworten auf unterschiedliche Ausfälle

Die Staffelung folgt dem PACE-Konzept, einem Planungsmodell aus dem militärischen und behördlichen Umfeld. Die Ebenen sind Rollen, keine Produktkategorien: Welche Ebene ein System bedient, entscheidet sein Übertragungsweg.

Befund

In vielen Notfallplänen endet die letzte Rückfallebene beim Boten, also bei einer Person, die eine Nachricht überbringt. Für eine Meldung, die in 24 Stunden mehrere hundert Kilometer weit muss, ist das keine Antwort.

03Ein Beispiel
Nächtliche Straße mit Lichtspuren von Einsatzfahrzeugen, Langzeitbelichtung
Symbolbild · Foto: Dktue, Wikimedia Commons, CC0

Stromausfall im Krankenhaus

Ein Krankenhaus mit Notaufnahme, ein Stromausfall im Stadtteil. Im Haus läuft der Betrieb dank Notstrom weiter. Die Frage ist, was nach draußen noch durchkommt. Das Szenario ist vereinfacht und zeigt das Prinzip, keine Standardlösung.

  1. Stunde 0

    Der Strom fällt aus

    Das Notstromaggregat übernimmt OP-Säle, Intensivstation und Notbeleuchtung. Telefonanlage und IT laufen im Haus weiter.

  2. Stunde 2

    Draußen wird es still

    Mobilfunkstandorte im Umkreis können nach und nach ausfallen, sobald ihre Notstromreserven erschöpft sind. Mitarbeitende, die zu Hause im Ausfallgebiet sind, sind kaum noch erreichbar. Wer kommt zum Schichtwechsel?

  3. Stunde 6

    Die Leitstelle fragt nach

    Nimmt die Notaufnahme noch auf? Wie viele Intensivbetten sind frei? Der Bettennachweis für den Rettungsdienst läuft in vielen Ländern über eine Internetplattform.

  4. Stunde 24

    Nachschub und Verlegung

    Diesel für das Aggregat muss nachbestellt, die Verlegung von Intensivpatienten mit Leitstelle und Zielklinik abgestimmt werden. Dafür braucht es eine Verbindung nach außen.

Über welchen Weg meldet Ihr Krankenhaus in Stunde 6, ob die Notaufnahme noch aufnimmt?

So sieht eine gestaffelte Antwort aus

  • P
    Primärkanal: Telefonanlage, E-Mail, Bettennachweis. Trägt, solange Telefonanbieter, Internet und eigene IT laufen.
  • A
    Ausweichkanal: ein separater Zugang über ein anderes Mobilfunknetz oder Satellit, getrennt vom Kliniknetz. Hilft bei IT-Störungen, solange das fremde Netz trägt.
  • C
    Notfallkanal: Funkgeräte im Haus, je nach Ausstattung BOS-Digitalfunk zur Leitstelle oder das 450-MHz-Netz. Trägt, solange das jeweilige Netz mit Notstrom läuft.
  • E
    Krisenkanal: Kurzwellen-Datenfunk mit eigener Energieversorgung. Eine kompakte Lagemeldung erreicht eine vorab vereinbarte Gegenstelle, etwa den Krisenstab oder den Träger.

Kein ausgedachter Fall. Beim Stromausfall in Berlin im Januar 2026 waren sechs Krankenhäuser betroffen, drei davon Notfallkrankenhäuser. Der Senat erreichte sie nach eigener Angabe per Festnetz und nennt als Rückfallebene Verbindungspersonen und BOS-Funk. Eine zentrale Erhebung der autarken Kommunikationsmittel findet laut Senat bislang nicht statt. Quelle: Abgeordnetenhaus Berlin, Schriftliche Anfrage 19/24769

Wohin geht die Meldung? Die Kommunikationskette

Markus Viertel
„Resilienz bedeutet immer mehrere voneinander unabhängige Ebenen. Die Kurzwelle ersetzt keine davon, sie ist die Ebene, die keine fremde Infrastruktur braucht.“
Markus Viertel Geschäftsführender Inhaber, WiMo Antennen und Elektronik GmbH
04Für wen

Für wen wir planen

Die Ebenen sind dieselben. Die Frage, an der eine Organisation hängen bleibt, ist je Bereich eine andere.

  • KRITIS-Betreiber · Energie, Wasser, Gesundheit, Transport, IT/TK

    Wie erfüllen Sie Ihre Meldepflicht, wenn der Vorfall Ihre eigene Kommunikation trifft?

    Wer meldepflichtig ist, braucht einen Meldeweg außerhalb der betroffenen Infrastruktur.

    KRITIS-Betreiber →
  • Behörden, Kommunen & Katastrophenschutz

    Wie erreicht der Krisenstab die Ortsteile, wenn Mobilfunk und Verwaltungsnetz ausfallen?

    Lageabhängig führen heißt: Informationen müssen auch ohne Regelnetz fließen.

    Behörden & Kommunen →
  • Hilfsorganisationen & NGOs

    Wie koordinieren Sie einen Einsatz dort, wo es keine Netze mehr gibt?

    Vom Inlandseinsatz bis zur internationalen Katastrophenhilfe.

    Hilfsorganisationen →
  • Industrie & Unternehmen

    Wie stimmen sich zwei Standorte ab, wenn die Telefonanlage Teil des Problems ist?

    Flächenbetriebe, Logistik, Veranstalter: Bedarf, der über den klassischen Betriebsfunk hinausgeht.

    Industrie →
  • Verteidigung · zivil-militärisch

    Wie bleiben Bundeswehr, Behörden und Hilfsorganisationen in einer Lage verbunden?

    Zivil-militärische Zusammenarbeit braucht gemeinsame Rückfallwege an der Schnittstelle.

    Verteidigung →
  • Botschaften & Diplomatie

    Wie meldet sich eine Vertretung, wenn das Gastland die Netze abschaltet?

    Verbindung zur Zentrale, auch wenn lokale Netze gesperrt, überlastet oder zerstört sind.

    Botschaften →
05Wer dahinter steht

Eigene Entwicklung, eigenes Lager, eigener Service

Hinter KRITIS-KOM steht die WiMo Antennen und Elektronik GmbH aus Herxheim in der Südpfalz, inhabergeführt und seit 1982 am Markt. Die eingesetzten Technologien laufen seit Jahrzehnten im professionellen Einsatz: bei Behörden, in der Katastrophenhilfe und in diplomatischen Vertretungen.

Wer Technik für die Krise beschafft, sollte wissen, wo sie entsteht und wer sie repariert. Beim PACTOR-Modem PXdragon liegen Entwicklung und Fertigung in Deutschland.

Jede Ebene hat Grenzen, und wir benennen sie. Wenn für Ihre Situation eine kleinere Antwort genügt, sagen wir das.

Über KRITIS-KOM
Unser Grundsatz

Keine Ebene ist besser als die andere. Jede beantwortet ein anderes Szenario, die richtige Frage lautet deshalb nicht „welches Produkt?“, sondern: Welche Ebenen fehlen Ihnen noch?

Welche Ebenen fehlen Ihnen?

Branche, Standorte, vorhandene Systeme: 30 Minuten reichen für eine erste Einordnung. Das Ergebnis kann auch sein, dass eine kleinere Lösung genügt.